Bildhonorare: Was kostet ein Bild?

Bildredaktion, Bildwissen
Grzejnik / shutterstock.com
Billig ist nicht immer günstig. Manchmal ist es sicherer, etwas mehr Geld auszugeben.

Sie möchten Bilder kaufen und fragen sich, ob die angebotenen Bildhonorare eigentlich marktüblich sind? Bildhonorare sind wirklich eine Wissenschaft für sich, denn es gibt sehr viele Kriterien, die bei der Preisberechnung mit einfließen. So kann es auch passieren, dass Sie für ein- und dasselbe Bild einen ganz anderen Preis bezahlen, denn dieser ist abhängig von diversen Faktoren.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen einen Überblick über die Grundlagen der Preisgestaltung von Bildhonoraren verschaffen.

Grundwissen Bildhonorare: Was kostet ein Bild?

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, wie Bildhonorare überhaupt berechnet werden. Grundsätzlich ist es ja so, dass Sie mit einem Bildeinkauf lediglich die Nutzungsrechte für die Verwendung eines Bildes erwerben und nicht das Bild selbst kaufen.

Da Urheberrechte nicht übertragbar sind, verbleiben diese auch trotz einer genehmigten Nutzungserlaubnis beim Urheber selbst. Das bedeutet für Sie, dass Sie bei einer erneuten oder veränderten Nutzung wieder eine Genehmigung des Urhebers benötigen. Und dann fällt mit großer Wahrscheinlichkeit auch erneut ein Bildhonorar an.

Wie werden Bildhonorare berechnet?

Folgende Kriterien fließen in die klassische Preisberechnung für ein RM-Bild ein:

  • Nutzungsart (z.B. redaktionell oder werblich, Print oder Online)
  • Zeitraum (z.B. 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 5 Jahre)
  • Lizenzgebiet (z.B. ein Land, mehrere Länder, weltweit)
  • Abbildungsgröße
  • Auflage bzw. Online-Views
  • Platzierung (Titelbild oder Innenteil)
  • exklusive oder nicht-exklusive Nutzung

Ganz pauschal können Sie davon ausgehen, dass der Preis teurer wird, je prominenter ein Bild verwendet werden soll. Die Nutzung auf einem formatfüllenden Titelbild mit hoher Auflage kostet logischerweise viel mehr als ein briefmarkengroßer Abdruck auf einer Buchinnenseite.

Welche Bildhonorare sind für welche Nutzungsarten üblich?

Um den Markt transparenter zu machen, wurde in den 80ern durch den BVPA ein Arbeitskreis aus Vertretern der Bildbranche gegründet: Die sogenannte Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM). Diese erstellt seitdem jährlich eine Übersicht der aktuellen Marktpreise und veröffentlichen diese in der Broschüre Bildhonorare.

Diese Broschüre dient sowohl Bildanbietern, als auch Bildnutzern zur Orientierung. Sie verpflichtet aber nicht zu den angegebenen Bildhonoraren. In der Praxis dient diese Broschüre vor allem als Verhandlungsgrundlage. Die tatsächlichen Bildhonorare vereinbaren Sie als Nutzer dann direkt mit der Bildquelle.

Wenn Sie große Bildmengen aus einer Quelle erwerben oder regelmäßig dort einkaufen, dann vereinbaren Sie oft Sonderrabatte und Pauschalen innerhalb von Rahmenverträgen.

Es ist im Falle von Rechtsstreitigkeiten aber so, dass die Gerichte sich auf die Honorarempfehlungen der MFM beziehen.

Beispiel-Tabelle zur Berechnung von Bildhonoraren

Für Postkarten, Grußkarten, Briefumschläge, Schulhefte, Zeichenblöcke, Notizblöcke – aus MFM Bildhonorare 2018, S. 29

  GRÖSSE      
AULAGE DIN A6 DIN A5 DIN A4 DIN A3
1000 120 € 160 € 200 € 236 €
2500 135 € 180 € 225 € 265 €
5000 162 € 207 € 257 € 304 €
10000 207 € 257 € 302 € 365 €
25000 257 € 302 € 347 € 410 €
50000 302 € 347 € 392 € 450 €
100000 347 € 392 € 441 € 505 €

Bildhonorare im Lizenzmodell RF

Neben der klassischen Bildpreisberechnung, haben sich weitere Preismodelle innerhalb des Lizenzmodells RF etabliert. Nach Auskunft aus der MFM-Broschüre können marktübliche Konditionen aufgrund extremer Honorarschwankungen unter den Bildanbietern zu diesem Modell leider nicht abgebildet werden.

Fotografen produzieren Bilder für die sogenannten Microstockagenturen in der Regel gezielt als Stockmaterial. Der Bildverkauf erfolgt dort oft über erschreckend geringe Preise. Allerdings ist der Vertriebsansatz dort auch ein ganz anderer: Niedrige Preise für viele Verkäufe, d.h. Bilder werden als Massenware verkauft.

Günstige Lockangebote der Microstock-Agenturen

Microstock-Agenturen locken und binden die Bildeinkäufer mit günstigen Bildpaketen und Bildabos. Für einen Paketpreis oder eine monatliche Gebühr erhalten Sie eine bestimmte Menge an Bildern.

Versteckte Kosten bei günstigen Bildern

Bei einem niedrigen Preis kann es passieren, dass die Konkurrenz die gleichen Bilder nutzt. Dazu kann es sein, dass Sie für eine geplante Nutzung eine erweiterte Lizenz kaufen müssen, deren Preis deutlich höher ist. Vielleicht lassen Sie Ihre Bilder auch verfallen, da Sie in der Praxis weniger benötigen, als im Bildpaket des Lockangebots enthalten sind.

Sicher ist sicher

Sie würden gern prüfen lassen, ob die Preise, die Sie beispielsweise für Ihr letztes Projekt bezahlt haben, angemessen waren? Oder hätten gern eine neutrale Auskunft darüber, welches Honorar für Ihre Standardnutzung dem aktuellen Durchschnitt entspricht. Wir helfen gern weiter – auch bei der Bildbeschaffung und der direkten Preisverhandlung mit möglichen Bildquellen.

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