Welche Bildrechte gibt es neben dem Urheberrecht noch?

Bildrechte
Sergey Kohl / shutterstock.com
Bis die Rechtekette vollständig geklärt ist, sind oft viele Schritte nötig.

Als Bildexperte wissen Sie, dass eine Rechteklärung nicht immer abgeschlossen ist, sobald Sie die Urheberrechte geklärt haben. Je nach Motiv müssen Sie vielleicht noch weitere Bildrechte beachten. Und dann wahrscheinlich auch noch weitere Genehmigungen einholen.

Welche Bildrechte das sind und wann Sie diese Rechte klären müssen, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Bildrechte, die neben dem Urheberrecht anfallen können

Wann benötigen Sie neben der Genehmigung des Urhebers weitere Einwilligungen?

Dies hängt vor allem von Ihrer geplanten Bildnutzung und dem genauen Motiv ab. Wir können die Frage daher nur allgemein beantworten.

Folgende Kriterien spielen bei der Beurteilung auf jeden Fall eine Rolle:

  1. Nutzungsart
  2. Schutzfristen
  3. Erkennbarkeit
  4. Position

1. Nutzungsarten

Es gibt redaktionelle, dokumentarische, werbliche, kommerzielle, satirische, künstlerische Nutzungsarten und das Zitat. Wenn Sie Ihre Nutzung korrekt in eine dieser Nutzungsarten einordnen können, dann benötigen Sie bei diesen Nutzungsarten KEINE zusätzlichen Einwilligungen:

  • redaktionelle Verwendung bei aktueller Berichtserstattung
  • künstlerische Nutzung, sofern ein eigenständiges, neues Werk geschaffen wird
  • Zitat (bei wissenschaftlichen Zwecken)

Bei allen anderen Nutzungen – insbesondere bei werblicher oder kommerzieller Nutzung – müssen Sie IMMER alle anfallenden Bildrechte klären!

2. Schutzfristen

Wenn die festgesetzte Schutzfrist für den Abdruck eines Motivs mit möglichen Drittrechten bereits abgelaufen ist, kann das Bild ohne weitere Klärung verwendet werden.

Kurzüberblick von Schutzfristen in Deutschland
  • Personen: 10 Jahre nach Ablauf des Todesjahres
  • Marken: 10 Jahre nach Ablauf des Monats der Anmeldung, sofern diese nicht verlängert wurde
  • Künstlerrechte: 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers
  • Geschmacksmuster: bis zu 25 Jahre nach Anmeldung

3. Erkennbarkeit

Ist das betreffende Motiv auf dem Foto klar erkennbar?

Wenn Sie ganz sicher sind, dass das betreffende Motiv nicht erkennbar ist, dann müssen Sie auch keine weiteren Bildrechte klären. Aber seien Sie vorsichtig mit Ihrer Selbsteinschätzung. Kennen Sie die Regeln, die eine Erkennbarkeit gerechtfertigen?

Bei Personen ist die Erkennbarkeit beispielsweise dadurch festgelegt, dass ein Verwandter 1. Grades diese Person eindeutig identifizieren könnte.

Vorsicht ist aber auch geboten, wenn eine vermeintlich nicht erkennbare Person durch besondere Merkmale doch eindeutig identifiziert werden kann. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Startnummer bei einem Sportwettkampf auf einem Trikot oder Sportgerät lesbar ist.

Auch bei Marken, Kunstwerken und Designobjekten reicht ein besonderes Merkmal aus, durch das ein eindeutiger Bezug hergestellt wird.

4. Position

Wo ist das betreffende Motiv auf dem Foto angesiedelt und was ist darum herum abgebildet? Stellt die Position das Hauptmotiv des Bildes dar, oder handelt es sich um ein Beiwerk? Falls es sich um ein Beiwerk handelt, müssen Sie keine weiteren Rechte klären.

Die Beurteilung über all diese Kriterien ist in der Praxis nicht immer einfach. Im Zweifel empfehlen wir einfach davon auszugehen, dass Sie eine Genehmigung brauchen und diese anzufragen. Wenn Sie Unterstützung in der Rechteklärung benötigten, stehen wir mit unserer langjährigen Erfahrung in der Rechteklärung gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns gern! 

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